bullet1 Grüße aus Hagen - Anno dunnemals

Es gibt einige wenige sehr alte Bildpostkarten von Hagen, aus denen erkennbar ist, wie sich der Ort damals seinen Bewohnern und Besuchern präsentierte.


Auf die auf den Postkarten dargestellten Gebäude und auf viele Menschen, die zu meiner Jugendzeit im Dorf wohnten, wird im Buch ausführlich eingegangen.


  


Diese alte Ansichtskarte "Gruss aus Hagen" stammt etwa aus der Zeit gegen Ende des 19. oder dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie ist koloriert und entstand im Verlag Lindemann & Richters, der in dem schönen Gebäude links unten seinen Sitz hatte. Später befand sich in diesem stattlichen Haus das "Hamburger Kaffeelager von Thams & Garffs", das ältere Einwohner Hagens noch kennen dürften. Rechts daneben findet man den Gasthof Beckmann, später Eichhorn.

Das Bild in der Mitte ist in einigen Details rätselhaft, zeigt es doch einerseits die bekannte Kirche im Hintergrund, andererseits Gebäude, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Die heute noch vorhandene "Friedenslinde" war damals noch ein kleines Bäumchen. Bei der Straße handelt es sich um die ehemalige "Dorfstraße" - manchmal auch als "Hauptstraße" bezeichnet - den heutigen  "Amtsdamm". Noch hat ein Fiaker die gesamte Straßenbreite für sich. Die Hagener Gesellschaft promenierte auf dem breiten Gehsteig. Das sollte aber schon wenige Jahre später ganz anders werden, als die ersten Autos rollten.

Das Gebäude rechts mit den drei Schornsteinen auf dem Dach ist wahrscheinlich die heutige "Alte Amtsapotheke". Das Gebäude dahinter könnte die Scheune des ehemalige "Gasthof zur Staleke" sein, der dahinter steht. Bei den beiden Gebäuden auf der linken Seite könnte es sich um das Haus neben der ehemaligen "Villa Hüncken" (heute Seniorenschlößchen) und gegenüber der Kirche um das ehemalige Hotel "Auf dem Keller" handeln.

Das Hüncken´sche Mausoleum, versteckt in einem Wald nahe dem Friedhof gelegen, war und ist nach wie vor ein Blickpunkt, wie auch die Burg Hagen im Feld rechts oben auf der folgenden Postkarte. Geheimnisvoll war und ist es an beiden Plätzen nach wie vor!


  


Dieser "Gruss aus Hagen" wurde von Frau M. Roes um 1905 an eine Freundin verschickt.

Die Kirche steht noch immer am Amtsplatz und auf dem schräg gestellten Bild erkennt man die Friedenslinde von 1871, die nach dem Krieg gegen Frankreich und der Reichsgründung gepflanzt worden war. Sie stand um 1900 - wie heute - noch immer an gleicher Stelle, wenn auch ein wenig gestutzt.

Da es noch keine Autos gab, konnten die Menschen auf der Dorfstraße promenieren. Im Hintergrund erkennt man das schon in der oberen Karte abgebildete Haus vom Verlag Lindemann & Richters.

Die folgende Ansicht ist von der Stelle gemacht worden, an der sich in späteren Jahren unser Hausgarten am Amtsplatz 7 befand.

Der Amtsdamm und die "Friedenslinde" im Jahr 2009


Hier steht Liselotte, unser damaliges Pflichtjahrmädchen vor dem Haus am Amtsplatz 7.

Im Hintergrund die Linde am Amtsplatz.


1941 sah das Haus am Amtsplatz 7 noch ein wenig anders aus. Der Putz an den Wänden war roher Zement und hat auch in den Folgejahren keine Farbe gesehen. Der Weg bzw. Platz vor dem Haus hieß damals "Am Brink". Hinter den Fenstern befand sich unser Esszimmer. Im Kinderwagen liegt mein jüngerer Bruder, der einige Monate vorher geboren worden war. Von der Jahreszeit her könnte es sich um Spätherbst 1941 oder Frühjahr 1942 gehandelt haben.

Zu allen Jahreszeiten erlebten wir Kinder und Jugendlichen spannende Abenteuer, hatten herrliche Erlebnisse in Feld und Flur, spielten manchen Streich, verliebten uns beim Schützenfest oder beim Tanz in den Mai im Hotel "Auf dem Keller".

Es gab aber auch ernste Zeiten, wenn es darum ging, dass die notwendigen Vorräte für den Winter erarbeitet und gesammelt werden mussten.

Auch davon wird zu berichten sein.






Bitte senden Sie Ihre Kommentare an Rolf Augustin. Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisert am 20.09.2010.